online gestellt am 22.04.2018

Der 1. Mai und die Frage - Gibt es noch Klassenkampf?

Von Maritta Brückner

Am 1.Mai begehen wir den Tag der Arbeit. In der DDR hieß dieser Tag noch Kampftag der Arbeiter, Bauern und aller Werktätigen! Nun diskutiert man in der heutigen Arbeits- und Nichtarbeitswelt darüber, ob es auf Grund des technischen Fortschritts, der weiteren Automatisierung, des Einsatzes von Robotern und des damit verbundenen Verschwindens von Arbeitsplätzen überhaupt noch eine Arbeiterklasse gibt oder es sie in Zukunft geben wird. Und ob der Klassenkampf der Arbeiterklasse der Vergangenheit angehört.

So meint man: Die Klassenkampfparolen sind nicht mehr zeitgemäß. Die Herausforderungen sind völlig andere. Die Flüchtlingskrise kann man mit Klassenkampf auch nicht lösen. Es bedarf nur der richtigen Maßnahmen.

KlassenkampfGut gebrüllt Löwe, kann man da nur sagen. Genau das wollen die Herrschenden hören! Flüchtlinge sind aber auch nur Unterdrückte. Sie haben schon einen Klassenkampf verloren, den in ihrer Heimat gegen die Kriegstreiber. Das sollte man wissen. Flüchtlinge sind das Produkt des bestehenden Kapitalismus und somit ist es auch ihr Klassenkampf. Die Klasse der Besitzenden kämpft gegen die Klasse der Unterdrückten. Egal, ob sie Einheimische oder Flüchtlinge sind.

Jeder Krieg ist auch ein Krieg zur weiteren Ausbeutung. Der Imperialismus agiert weltweit. Und jedes Volk, das sich dagegen erhebt, wird mit Macht in die Knie gezwungen. Das ist auch der Sinn der Kriege der Herrschenden. Denn nur sie wollen Kriege. Und genau das ist der Kampf zwischen unten und oben! Also Klassenkampf!

Soll das wirklich stimmen? Der Klassenkampf war gestern? Meint man das wirklich? Die Klassengesellschaft und die kapitalistische Wirtschaftsweise sind die Ursachen dieser Katastrophe. Der Kapitalismus wird keinen Weg für die Lösung dieses Konfliktes weisen. Er ist auf den höchstmöglichen Profit nur für die Herrschenden ausgelegt. Will man jetzt wirklich behaupten, es gäbe keine Klassen mehr? Den Kapitalbesitzern und ihrem Staatsapparat ist es wirklich fantastisch gelungen, dieses Märchen in die Köpfe auch der Unterdrückten zu pflanzen!

Ein wirkliches Problem ist, dass es eben innerhalb der Arbeiterklasse sehr privilegierte Schichten auf der einen Seite und völlig verarmte Schichten auf der anderen Seite gibt. Aber auch die bessergestellten Schichten sind vom Lohn abhängig. Und natürlich ist nicht jeder Selbstständige (Selbstausbeuter) ein Bourgeois und genauso abhängig von dem, was das Großkapital vorgibt. Ein Arbeitsloser und von Hartz IV betroffen Verdammter gehört ebenso der Arbeiterklasse an.

Ja, das stiftet Verwirrung! Auch in den Schulen werden unsere Kinder schon auf das zukünftige Arbeitsleben in der Roboterwelt vorbereitet. Seid fleißig, dann werdet ihr einmal gebraucht: als willige und billige Arbeitskraft. Genau das ist das psychologische Spiel der Herrschenden! Wehe dir, du tust nicht das, was von dir verlangt wird, dann landest du da unten.

Der bürgerliche Staat schafft die entsprechenden Gesetze für das Großkapital, um die Unterdrückung weiter auszubauen. Eine wirkliche Sozialgemeinschaft hat es auch in der BRD nie gegeben. Die gemachte Politik ist immer im Interesse des Großkapitals und deswegen sagt man uns, den Unterdrückten, sie, die Politiker, machten eine gute Politik.

Wollen die Menschen wirklich keine Veränderung ihrer Situation, wollen sie weiter in Unsicherheit leben, wollen sie die Gängelei der Jobcenter und die Harz-IV-Sanktionen so einfach hinnehmen? Wollen sie weiter zusehen, wie ihre Arbeitsplätze verschwinden, wie die Entlohnung und die Renten immer weniger werden? Soll der schwer erarbeitete Reichtum nur einer kleinen Clique gehören, die über alles und alle bestimmt, sich ein Heer von neuen Sklaven heranzieht und dabei auch noch die Umwelt zerstört? Alles nur aus ihrer unersättlichen Gier nach Maximalprofit auf Kosten der Arbeitenden und Arbeitslosen? Viele Politiker machen die Politik im Interesse der Konzerne und Lobbyisten, sind also gute Erfüllungsgehilfen des Großkapitals. Sie werden reicher, wir werden ärmer. Denkt man wirklich, sie werden freiwillig uns etwas abgeben, was ja eigentlich schon uns gehören müsste, weil wir es erarbeitet haben?

Ja, es gibt noch Klassenkampf! Der Klassenkampf, von denen da oben betrieben. Und es gibt noch die Arbeiterklasse, die unterdrückt wird. Man braucht gar nicht mehr zum Klassenkampf aufrufen. Denn es herrscht bereits Klassenkampf.

Es wird mit immer schärferen Mitteln, bis hin zum Einsatz militärischer Mittel, gegen die da unten gekämpft. Um die Unterdrückung der Menschen zu verschärfen, die Ausbeutung von Mensch und Natur aufs Äußerste zu treiben. Alles nur wegen maximalem Profit.

Wir können nur zur Gegenwehr aufrufen, also gegen den Klassenkampf von OBEN, denn der ist im vollen Gange, gegen uns UNTEN!

Ein Gespenst geht um, in Europa! Sagte Karl Marx, dessen 200. Geburtstag am fünften Mai 2018 gefeiert werden sollte.